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Hohe Prämien für Rohöl drücken Raffineriemargen

  • Mercados: Oil products
  • 15/04/26

Seit Beginn der Blockade der Straße von Hormus durch den Iran fehlen große Mengen Rohöl auf dem Weltmarkt. Durch zunehmende Konkurrenz um die verbleibenden Volumen steigen seit Anfang April auch in Europa die Prämien für physisches Rohöl, was die Raffineriemargen unter Druck setzt. Inzwischen erwägen verschiedene Raffineure, ihren Durchsatz vorübergehend zu senken.

Laut der Internationalen Energie Agentur (IEA) ist das globale Angebot von Rohöl und Ölprodukten durch den Krieg in Nahost und die daraus resultierende Störung der weltweiten Produktströme um etwa 10,1 Mio. bl/Tag eingebrochen. Europas Abhängigkeit von Importen aus dem Nahen Osten beschränkt sich zum großen Teil auf raffinierte Produkte wie Diesel und vor allem Kerosin.

Entsprechend profitierten europäische Raffineriebetreiber im März noch von der besonderen Situation, dass sie vergleichsweise günstig eingekauftes Rohöl zu Produkten wie Diesel oder Kerosin umwandeln konnten, deren Verkaufswert bereits deutlich angestiegen war. BP und Shell haben beispielsweise angekündigt, dass sie angesichts der vorübergehend hohen Raffineriemargen für das erste Quartal 2026 insbesondere im Ölhandel mit außergewöhnlich guten Ergebnissen rechnen.

Seit Ende März müssen europäische Käufer aber zunehmend mit asiatischen Käufern um Rohölsorten aus dem Atlantikbecken konkurrieren. Inzwischen steigen deshalb in Europa die Prämien für die Lieferung von physischem Rohöl gegenüber Rohöl-Futureskontrakten deutlich an (siehe Grafik).

Dies verteuert den Rohöleinkauf für hiesige Raffineriebetreiber und drückt entsprechend auf die Raffineriemargen. Vergleicht man beispielsweise Preise für Diesel- und Benzincargos mit dem Rohöl-Benchmark North Sea Dated, sind die rechnerischen prompten Raffineriemargen zuletzt deutlich rückläufig und fielen für Benzin sogar in den negativen Bereich (siehe Grafik). Gleichzeitig sind auch globale Gaspreise durch den Konflikt in Nahost deutlich angestiegen, was zeitgleich zu den schwachen Margen auch die Betriebskosten von Raffinerien erhöht.Entsprechend erwägen erste Raffineure in Europa eine Verringerung des Rohöldurchsatzes; vor allem im Mittelmeerraum, wo der Markt noch stärker von Importen aus Nahost abhängig ist, als in Nordwesteuropa. Sollte sich der Trend steigender Prämien für physisches Rohöl fortsetzen und gleichzeitig die Nachfrage weiter einbrechen, könnte es zu weiteren Kürzungen beim Rohöldurchsatz in Europa kommen.

Was nun in Europa passiert, zeichnete sich unmittelbar nach Beginn des Iran-Kriegs bereits in Asien ab: Asiatische Länder importieren traditionell große Mengen Rohöl aus der Golf-Region: Vier Fünftel der Rohölvolumen, die durch die Straße von Hormus transportiert werden, fließen in Richtung Asien. Entsprechend groß und unmittelbar war dort der Effekt auf die Raffinerielandschaft. Prämien für physisches Rohöl stiegen durch die Verknappung des Angebots deutlich an und belasteten so die Raffineriemargen. Asiatische Raffineure verringerten in Reaktion darauf bereits im März ihre Durchsätze und suchten gleichzeitig nach zusätzlichen Rohölvolumen auf dem Weltmarkt, um den Einbruch der Exporte aus der Krisenregion zu kompensieren. Hierbei waren insbesondere Rohölsorten aus dem Atlantikbecken Ende März preislich sehr attraktiv im Vergleich zu Nahost-Benchmarks. Weltweit wird der Rohöldurchsatz durch schwache Margen laut der IEA im April auf 77,2 Mio. bl/Tag fallen, nach 79,6 Mio. bl/Tag im März und 83 Mio. bl/Tag vor dem Krieg im Nahen Osten.

North Sea Dated physisch versus

Rohöl-Benchmark North Sea Dated

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