Am 2. März steigen die Inlandspreise für Heizöl, Diesel und Benzin im Vergleich zum Freitag der Vorwoche deutlich an. Der Grund ist der koordinierte Angriff auf den Iran durch die USA und Israel und die darauffolgenden Vergeltungsschläge durch Teheran.
Anbieter erhöhten ihre Heizölpreise am Montag im Vergleich zum 27. Februar bundesdurchschnittlich um rund 13 €/100l für Heizöl und Diesel und gut 7 €/100l für Benzin. Bereinigt von der CO2-Steuer erreichte der Heizölpreis das höchste Niveau seit November 2022. Damals trieb die Meldung, dass die OPEC+ Allianz ihre Förderung um 2 Mio. bl/Tag kürzen wird die ICE Gasoil Futures — das war die größte Drosselung der Produktion seit 2020. Auch die Einigung auf ein neues Sanktionspaket der EU gegen Russland stärkte zu der Zeit die Kurse.
Die Furcht vor weiter steigenden Preisen motivierte vor allem Heizölendverbraucher zum Kauf. Viele deckten sich bereits am Vormittag mit Heizöl ein. Die an Argus gesendeten Heizölmengen am 2. März waren mit über 40.000 m³ so hoch wie zuletzt Anfang Mai 2022, als die Furcht vor den Folgen eines EU-Embargos auf russisches Öl für eine Verdreifachung der Heizölnachfrage im Wochenvergleich sorgte.
Die Frontmonat der ICE Gasoil Futures erreichte am Montagmorgen ein Intraday-Hoch von 922,50 $/t — ein Anstieg um 169,75 $/t beziehungsweise 23 % seit Handelsschluss am Freitag. Damit erreichten sie das höchste Niveau seit Oktober 2023. Die USA und Israel haben am 28. Februar Angriffe auf den Iran durchgeführt, bei denen Ayatollah Ali Khamenei, Irans oberster Führer seit 1989, getötet wurde. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Ziele in Israel und auf US-Stützpunkte in der Region wie in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Saudi Aramco hat die Ras Tanura Raffinerie (550.000 bl/Tag) an der Ostküste Saudi Arabiens geschlossen, nachdem sie am frühen Montag von Trümmern abgefangener iranischer Drohnen getroffen worden war. Staatsmedien sprachen von "begrenzten Schäden" und erklärten, dass die Belieferung des lokalen Marktes mit Produkten nicht beeinträchtigt sei.
Mehrere Schiffe im Golf sollen zudem Funksprüche empfangen haben, dass die Straße von Hormus geschlossen sei. Eine unabhängige Bestätigung der Berichte steht aber noch aus. Arsenio Dominguez, der Staatssekretär der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation der UN, riet Schiffen jedoch dazu, die Straße von Hormus zunächst zu meiden. Diese Eskalation erhöht das Risiko von Störungen der Öllieferungen deutlich. Europa verbraucht weit mehr Diesel und Flugkraftstoffe, als es produziert und ist daher stark auf Lieferungen aus dem Golfgebiet angewiesen, um diese Defizite zu decken. Laut Vortexa importierten die EU und das Vereinigtes Königreich 2025 zusammen mehr als 50 Mio. t Diesel und verwandte Gasoil Produkte sowie mehr als 25 Mio. t Jet Fuel. Rund ein Fünftel dieser Diesel und Gasoil Importe sowie etwa die Hälfte der Jet Fuel Importe passierten die Straße von Hormus.

