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Deutscher Sprit nach Tankrabatt im unteren EU-Preisfeld

  • Märkte: Oil products
  • 21.05.26

Die Kraftstoffpreise in Deutschland sind im europäischen Ranking seit Anfang Mai spürbar gesunken. Inzwischen liegt der Anstieg der deutschen Preise im Vergleich zum 23. Februar eher im unteren Bereich der betrachteten Märkte, nachdem er sich Ende April noch im europäischen Mittelfeld bewegte.

Durch die temporäre Senkung der Energiesteuer auf Benzin und Diesel am 01. Mai hat sich Deutschland im europäischen Vergleich neu positioniert. Am 18. Mai lagen die Preise für Diesel 14 % über denen am 23. Februar, die Benzinpreise 12 %.

Im europäischen Vergleich liegt die prozentuale Veränderung der Kraftstoffpreise in Deutschland vom 23. Februar — vor dem Ausbruch des Iran-Kriegs — bis zum 18. Mai im unteren Bereich, laut den Verbraucherpreisen aus dem Weekly Oil Bulletin der Europäischen Kommission (siehe Grafik). Lediglich in Polen sind die Kraftstoffpreise im Vergleich zum Vorkriegsniveau weniger stark gestiegen. Warschau hat Ende März sowohl die Verbrauchsteuer als auch die Mehrwertsteuer auf Kraftstoffe gesenkt und zusätzlich einen befristeten Mechanismus zur Begrenzung der Einzelhandelspreise eingeführt. Diese Maßnahmen sollten zunächst bis Ende April und dann bis Mitte Mai gelten. Am 12. Mai hat die polnische Regierung hat diese Maßnahmen bis Ende Mai verlängert.

Deutsche Regierung reagierte später als andere Länder

Deutschland hatte im europäischen Vergleich verhältnismäßig spät auf den Preisschock reagiert. Während zahlreiche Länder bereits im März und Anfang April Maßnahmen zur Entlastung von Verbrauchern eingeführt hatten, trat die deutsche Energiesteuersenkung erst zum 01. Mai in Kraft. Die verzögerte Umsetzung spiegelt sich auch in der Preisentwicklung bis Ende April wider. Zwischen dem 23. Februar und dem 27. April lagen die Preissteigerungen für Kraftstoffe in Deutschland im europäischen Mittelfeld (siehe Grafik).

Internationale Produktpreise und lokales Angebot bleiben bestimmend

Unverändert maßgeblich für die Entwicklung der Kraftstoffpreise für Verbraucher bleiben die ICE Gasoil Futures als Referenz für Diesel und Heizöl in Europa und die damit korrelierenden Großhandelspreise (siehe Grafik).

Seit Ende Februar sind die Futures stark gestiegen, wobei sich die Notierungen im März nahezu verdoppelten. Nach einem Höchststand Anfang April folgte eine Korrektur, bevor sich die Preise seit Mitte April auf einem weiterhin deutlich erhöhten Niveau stabilisierten.

Die Großhandels- und Endverbraucherpreise in Europa orientieren sich eng an diesen Bewegungen. Die Maßnahmen der Regierungen wirken sich auf die zusätzliche Preisbestandteile wie die Steuer aus, und können dadurch den Effekt der Preissteigerungen für Verbraucher dämpfen.

Heizöl bleibt stärker börsenabhängig

Im Gegensatz zu den Kraftstoffen ist die Entwicklung des Heizölpreise nicht von aktuellen nationalen Maßnahmen beeinflusst. Da die Energiesteuersenkung nicht auf Heizöl angewendet wird, spiegeln die Preise weiterhin die internationale Marktentwicklung sowie die lokale Angebot- und Nachfragesituation wider. Auch hier liegen die Preise — in Bezug auf den Anstieg seit Ende Februar — weiterhin deutlich über dem Vorkrisenniveau, wenngleich sich die Dynamik in einigen Länder zuletzt leicht abgeschwächt hat (siehe Grafik).

Endverbraucherpreise 18. Mai vs. 23. Februar

Endverbraucherpreise 27. April vs. 23. Februar

Bundesdurchschnittliche Preise und ICE Gasoil

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