Die vor Jahreswechsel erwarteten Preisaufschläge für Heizöl, Diesel und E5-Benzin haben sich im Januar weitgehend bestätigt. Grund für den Preisanstieg im Januar sind vor allem die Erhöhung der CO2-Bepreisung und THG-Erfüllungskosten.
Für Heizöl liegen die tatsächlichen Aufschläge gegenüber Dezemberware im Bundesschnitt bei knapp 3 €/100l. Damit bewegen sich die Preise auf dem Niveau der von Argus berechneten Aufschläge und unterhalb der Höchstwerte von 4,50 €/100l, die einzelne Marktteilnehmer im Dezember noch in Aussicht gestellt hatten. Dieser Anstieg ist darin begründet, dass die CO2-Bepreisung zum Jahreswechsel von einem Festpreismodell von jeweils 55 €/tCO2e zu einem Auktionsmodell wechselt, bei dem der Preis einer Emissionsberechtigung zwischen 55 € und 65 € schwanken kann. Eine Emissionsberechtigung entspricht dabei einer Tonne CO2-Äquivalent. Mehrere Inverkehrbringer berichten allerdings gegenüber Argus, dass sie für die CO2-Komponente aktuell 68 €/tCO2e einpreisen. Dies liegt daran, dass Unternehmen, die bei den Auktionen leer ausgehen, nachträglich Emissionsberechtigungen zum Festpreis von 68 €/tCO2e nachkaufen können, um Strafzahlungen zu vermeiden.
Auch B7-Diesel verteuerte sich zum Jahresbeginn und wird rund 11,30 €/100l teurer gehandelt als im Dezember. Dieser Anstieg bleibt somit unter den Prämien von bis zu 17 €/100l, welche mehrere Händler zum Jahresende an Argus gemeldet haben. Dieser Anstieg ist neben höheren CO2-Kosten im Rahmen des neuen Auktionsmodells vor allem auf eine Zunahme der THG-Erfüllungskosten zurückzuführen. So berichtet etwa ein Inverkehrbringer, die THG-Erfüllungskosten für B7-Diesel im Januar bis zu 12 €/100l höher, als noch im Dezember. Marktteilnehmer waren sich bis zum Kabinettsbeschluss am 10. Dezember uneins, wie die Rahmenbedingungen zur Erfüllung der THG-Quote tatsächlich ausgestaltet werden. Insbesondere die Unklarheit im Bezug auf die Zukunft der Doppelanrechnung erklärt die hohen Preisspannen im Dezember bei den Aufschlägen für Diesel zur Abholung im Januar.

