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G7 starten Freigabe von Ölreserven

  • : Oil products
  • 26/10/02

Die G7-Staaten werden ab sofort mit der koordinierten Freigabe von 100 Mio. bl Ölvorräten über die kommenden vier Monate beginnen. Zentraler Bestandteil ist eine erhebliche Freigabe von Dieselkraftstoff innerhalb der nächsten 20 Tage, teilten die Staats- und Regierungschefs am 2. Oktober mit.

Die Gruppe forderte die IEA auf, die "sofortige und vollständige Umsetzung" der im März eingegangenen Verpflichtungen zur Freigabe strategischer Reserven zu überwachen. Die G7 erklärten, die Freigabe von 100 Mio. bl erfolge "in diesem Zusammenhang" und unter Berücksichtigung bereits erfüllter Zusagen.

Dies deutet darauf hin, dass die 100 Mio. bl Teil der im März zugesagten Freigaben sind und keine zusätzliche Verpflichtung darstellen.

Die "vorgezogene" Freigabe von Dieselkraftstoff wird von G7-Mitgliedern und Partnern durchgeführt. In der Erklärung wird weder das Volumen des freizugebenden Diesels noch die Aufteilung der 100 Mio. bl zwischen Rohöl und Raffinerieprodukten spezifiziert.

Die G7-Mitglieder werden in den kommenden Tagen im Rahmen der IEA zusammentreffen, um bei Bedarf weitere Diesel-Freigaben zu erörtern. Sie wollen zudem Raffineriewartungen koordinieren, um gleichzeitige Stillstände zu vermeiden. Zusätzlich soll die Auslastung von Raffinerien wo möglich vorübergehend erhöht werden. Darüber hinaus wollen sie Länder mit bedeutenden Raffineriekapazitäten dazu ermutigen, die Produktion von Raffinerieprodukten, insbesondere Diesel, auszuweiten.

Die IEA-Mitglieder vereinbarten im März, als Reaktion auf die durch den Krieg im Nahen Osten verursachten Versorgungsstörungen, 400 Mio. bl Öl aus strategischen Reserven bereitzustellen. Die IEA bezifferte die geplanten Beiträge der Mitgliedstaaten später auf 426 Mio. bl, davon 301 Mio. bl Rohöl und 125 Mio. bl Ölprodukte.

Die IEA wird die Auswirkungen der Reservenfreigabe und weiterer Maßnahmen zur Verbesserung der Versorgung auf die Energiesicherheit und die Marktstabilität überwachen und innerhalb von 20 Tagen Bericht erstatten. Der Bericht wird nach Angaben der G7 auch Empfehlungen für weitere Maßnahmen enthalten, darunter die Wiederauffüllung strategischer Reserven.

Die Erklärung der G7 geht zudem auf die Möglichkeit eines US-Exportverbots für Diesel ein. Die Mitglieder verpflichteten sich, den Handel mit Energie und Energieprodukten zwischen G7-Staaten nicht einzuschränken, und riefen andere Produzenten dazu auf, auf Exportverbote zu verzichten, die die Spannungen auf den Märkten noch verschärfen könnten.

Die USA prüfen derzeit Beschränkungen für Diesel-Exporte, um die inländischen Preise vor den Zwischenwahlen zu senken. Die Europäische Kommission erklärte am 2. Oktober, ein solches Verbot würde ihr Vertrauen in die USA als verlässlichen Partner untergraben.

Die Dieselversorgung in der EU ist derzeit stabil, auch wenn die Preise aufgrund der angespannten globalen Märkte hoch bleiben, erklärte die Kommission.

Europa ist zunehmend auf US-Diesel angewiesen, seit die Lieferungen aus dem Persischen Golf durch die nahezu vollständige Schließung der Straße von Hormus eingeschränkt wurden und Russland seine Diesel-Exporte eingestellt hat. Nach Angaben von Kpler importierten die EU, das Vereinigte Königreich und Norwegen im August rund 430.000 bl/Tag US-Diesel und andere Gasöle. US-Lieferungen machten im bisherigen Jahresverlauf im Durchschnitt rund 40 % der Diesel- und Gasölimporte der Region aus. Ein US-Exportverbot würde den Wettbewerb zwischen Europa, Lateinamerika und anderen Importregionen um alternative Lieferungen verschärfen.

Einige Marktteilnehmer bezweifeln, dass ein vollständiges Exportverbot dauerhaft aufrechterhalten werden könnte. Überschüssiger Dieselkraftstoff würde sich in den USA ansammeln und Raffinerien möglicherweise dazu zwingen, ihre Rohölverarbeitung zu drosseln, wodurch wiederum auch die inländische Benzinproduktion sinken würde.

Die G7 gingen außerdem auf die weitreichenden Konflikte ein, die hinter den Störungen der Energiemärkte stehen. Sie verurteilten die Angriffe Irans auf Nachbarstaaten sowie die Beeinträchtigung des internationalen Handels, der Energiesicherheit und der Weltwirtschaft und forderten die sofortige und vollständige Wiederherstellung der Schifffahrtsrechte in der Straße von Hormus.

Die Gruppe bekräftigte ihre Absicht, die Sanktionen gegen Russland aufrechtzuerhalten und gleichzeitig mit der IEA und anderen Partnern zusammenzuarbeiten, um "weitere Auswirkungen" auf die Märkte für Kraftstoffe, Gas und andere Rohstoffe zu verhindern.


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