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Iran-Krieg führt zu volatilen Importmargen

  • Market: Oil products
  • 18/03/26

Die rechnerischen Margen für Kraftstoffimporte aus ARA über den Rhein schwanken seit dem Angriff der USA und Israel auf den Iran stark. Hierbei zeigen sich teils deutliche Unterschiede — nicht nur zwischen Diesel und Benzin, sondern auch zwischen einzelnen Regionen.

Die seit Beginn des Iran-Kriegs steigenden Rohöl- und Produktpreise in Deutschland und Europa spiegeln sich auch in den zunehmend volatilen Importmargen für Gasöl und Benzin. Nach den starken Preisanstiegen am 2. und 9. März war das Preisniveau für Diesel in Deutschland sogar höher als in ARA, sodass sich Spot-Importe rechnerisch kurzzeitig lohnten (siehe Grafiken). In den folgenden Tagen stiegen die Preise in ARA jedoch wieder vergleichsweise stärker als im Inland und die Margen fielen in den negativen Bereich.

Generell seien zusätzliche Spot-Importe von Diesel seit Anfang März wegen der hohen Backwardation der ICE Gasoil Futures aber nicht attraktiv, so ein Importeur. Sind die Futures in einer Backwardation, zahlen Käufer für prompte Lieferungen einen Aufschlag gegenüber späteren Ladefenstern. Dies kommt häufig vor, wenn die Nachfrage das derzeitige Angebot übersteigt. Insbesondere Anfang März unmittelbar nach Ausbruch des Kriegs wollten sich viele Marktteilnehmer noch Volumen sichern, bevor die Unterbrechung der Lieferketten das Angebot in Europa mittelfristig einschränken könnte.

Für Benzin zeigen die rechnerischen Margen für die meisten Regionen ein etwas weniger volatiles Bild: Die jeweiligen Preisanstiege zu Beginn der KW 10 und 11 führten hier ebenfalls zu einem Anstieg der Margen — jedoch fielen sie im Anschluss nicht so deutlich wie für Diesel.

Bei beiden Kraftstoffarten fällt zusätzlich die Entkopplung der Region Südwest von den übrigen Rhein-Regionen ins Auge. Grund hierfür ist der akute Mengendruck bei Gasöl und Benzin an der Miro (310.000 bl/Tag), während viele Standorte in den Regionen Kölner Bucht, Rhein-Main und West hauptsächlich über Importe versorgt werden: Die Raffinerie produziert auf hohem Niveau, und Anbieter sehen sich dort mit einer schwachen Nachfrage aufgrund der derzeit hohen Preise konfrontiert. Ein weiterer Faktor sind niedrige Pegel am Oberrhein, durch die der Abtransport per Binnenschiff in andere Regionen oder in die Schweiz erschwert wird. Entsprechend senken Verkäufer an der Miro ihre Produktpreise, um vor Monatsende noch genügend Käufer anzulocken.

Und obwohl das niedrige Preisniveau in Südwest den Anstieg der Bundesdurchschnittspreise für Diesel und Benzin begrenzt, sind sie in Deutschland zwischen dem 27. Februar und 17. März stärker angestiegen als in ARA. Lediglich beim Heizöl war der Anstieg in ARA deutlicher ausgeprägt (siehe Grafik). Für diese Betrachtung vergleicht Argus dominante Produkt-Benchmarks in ARA mit ihren Pendants in Deutschland — exklusive Steuern, Beiträgen für Branchenverbände oder CO2-Abgabe und THG-Kosten.

Importmarge Diesel via Rhein

Importmarge Benzin via Rhein

Preisveränderung 27. Februar bis 16. März

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